Thinking

November 8, 2017

Woher kommt Inspiration?

Halten wir kurz inne... und atmen ein und atmen aus. Und stellen wir uns die Frage: Woher kommt meine persönliche und geschäftliche Inspiration?

Wie selbstverständlich nehmen wir an modernen Konferenzen teil und hören exzellenten Rednern zu. Wir sehen uns TED-Talks auf YouTube an und lassen uns von Agenturen die neuestens Trends präsentieren. Wir nehmen an Workshops teil, die sich um zukünftige Themen drehen. Und natürlich blättern wir durch Magazine, durchstöbern das Internet oder hey, nehmen einfach eine erfrischende Dusche und lassen die Gedanken schweifen.

Obwohl ich all das genieße, reicht es doch nicht weit genug. Es ist wie mit den Innovationshorizonten. Das Obige ist für den Horizont 1 und 2 relevant – für das evolutioniäre und optimierende. Aber es hilft nicht dabei, Horizont 3 zu erreichen – Disruptives und Bahnbrechendes zu schaffen – es berührt mich nicht persönlich.

Es beflügelt nicht meine Ziele.

Suchen wir nicht alle nach mehr Sinn im Leben? Wollen wir nicht alle private und geschäftliche Belange möglichst gut vereinen? Wir haben nur dieses eine Leben, also wollen wir so relevant gestalten, wie möglich – nicht wahr?

Inspiration ist natürlich eine sehr persönliche Sache. Und genauso wie bei Innovationen, müssen Sie dafür neue Dinge ausprobieren und den Status Quo in Frage stellen. Wenden Sie das erste Prinzip der Startup-Kultur an: Umarmen Sie das Unbekannte.

Woher ich meine persönliche Inspiration nehme? Wann immer ich mich zu neuen Wegen aufmache; professionell, effizient und rational zu agieren ist nicht die Herausforderung. Was nicht heißt, dass es keine Anstrengung bedeutet, aber es ist ein bekannter Weg/ein ausgetretener Pfad, den man immer wieder gegangen ist. Deshalb zwinge ich mich – hin und wieder – mich zu verirren, um Inspiration zu finden.

Das letzte Mal geschah dies, als ich mich Anfang diesen Jahres während des MobileWorldCongress in Barcelona mit Tim Leberecht und seiner Pop-up-Community „House of Beautiful Business“ ins kalte Wasser stürzte. Ich wusste nicht, was passieren wird und was zu erwarten war. Ich kannte seine Business Romantic Ideen, aber als Schweizer entscheidet man sich eher für das regelmäßige Uhrwerk als für die unberechenbare Liebe.

Und was genau hat mich beim House of Beautiful Business inspiriert? Es waren die Puzzleteile, die zusammengesetzt Gestalt annahmen: Nicht die einzelnen Momente, Elemente, Menschen oder Interaktionen, sondern die Summe von alledem. Das in nur ein paar Worten zu erklären ist schwer, denn manchmal muss man es – wie bei exzellenter Kunst, Literatur oder Design – einfach selbst erleben. Für mich war es wie der umgekehrte Turm von Babel: Die einzelnen Einflüsse, die sich aus Performances, Silent Dinner, Gesprächen, Aktivitäten und Begegnungen mit unbekannten, tiefgründigen Menschen zusammensetzten, waren höchst unterschiedlich. Aber zusammen bildeten diese Ideenfunken zielführende Inspiration.

Heute sitze ich an meinem Schreibtisch in Lissabon und bereite mich auf das zweite House Of Beautiful Business vor, das während des WebSummit 2017 stattfindet – dieses Mal für 7 Tage und an gleich zwei fantastischen Orten. Es wird anders als beim ersten Mal sein. Ich denke, es wird noch intensiver werden, mit mehr Möglichkeiten sich zu verlieren und mehr Gelegenheiten Inspiration zu gewinnen. Klingt esoterisch? Ein wenig, aber ist Inspiration nicht auch ein bisschen das?

Sollten Sie also demnächst die Gelegenheit haben, an einer dieser Veranstaltungen teilzunehmen, dann tun Sie es. Nutzen Sie die Chance sich zu verirren, neue Wege zu gehen und sich für den dritten Horizont inspirieren zu lassen.

Dieser Text erschien zuerst auf LinkedIn.

Karel J. Golta

Managing Director

Karel, CEO and founder of INDEED, is Swiss but far from being neutral. When he's not planning "the next big thing" with clients, you can controversially discuss with him the value of design. And above all, how design preserves humanity in the age of AI and automation.

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