Event

November 18, 2018

House of Beautiful Business im Rückblick

Für Karel war es das dritte Mal als Resident. TOI war erstmals mit von der Partie. Ob es auch ein viertes Mal geben wird und ob es vielleicht dann für euch etwas ist, lest ihr hier.

Erneut war es ein Strudel aus Informationen und neuen Einblicken. Das Haus ist eine Mischung aus Konferenz, Workshop und Netzwerk-Event, aber ohne das übliche mit Visitenkarten um sich werfen oder den kruden Gestalten, die einem beim ersten Treffen direkt ihr Unternehmen pitchen. Im House of Beautiful Business trifft man sich – wie der Name es schon nahelegt – schöner, hübscher oder vielmehr menschlicher. Man hat auch im Geschäftsleben etwas zu sagen, das schadet nicht – aber erstmal darf sich hier jeder als Mensch vorstellen und einbringen. Das ist extrem angenehm, besonders wenn man auch anderen Veranstaltungen kennt, wo zwar hinterher die Taschen voll Visitenkarten sind, aber die Menschen dahinter schnell verblassen.

Deshalb stellte sich unter den Wiederholungstätern auch schnell echte Wiedersehensfreude ein. Mir ging es auf jeden Fall so: Ich umarmte Menschen, die ich 12 Monate nicht gesehen hatte, die aufgrund unterschiedlicher Professionen „nur“ Posts in meinem LinkedIn-Feed gewesen waren, jetzt aber wieder vor mir standen und positive Erinnerungen an Lissabon 2017 lebendig werden ließen. Das ist mir bei anderen Konferenzen so und in der Vielzahl eher selten geschehen und darum umso bemerkenswerter.

Echte menschliche Begegnungen ungeachtet der Profession wollten wir auch zusammen mit den Kollegen von TOI schaffen. Mit „In Vino Veritas“ luden wir direkt am ersten Nachmittag zur kuratierten, spielerischen Weinprobe ein. Das Glas portugiesischen Rebensafts gab es allerdings nur, wenn man auch die zugehörige Frage beantwortete. Inspiriert von den „36 questions to fall in love with a stranger”, stellten sich die Teilnehmer tiefergehende Fragen als sonst beim ersten Kennenlernen üblich. Und das Konzept ging auf. Nicht nur wurden mehrere Kisten Wein geleert, sondern vor allem neue Bekanntschaften geschlossen, die unabhängig vom geschäftlichen Interesse rein auf Sympathie und Offenheit gründeten. Spannend war zu beobachten, dass die Karten sich über unsere Session hinaus großzügig über das ganze Haus verteilten und wir immer wieder jemanden mit einer Fragekarte in der Hand stehen sahen, vertieft in ein echtes Gespräch mit seinem oder ihrem Gegenüber.

Mit den Fragen sind wir ein kalkuliertes Risiko eingegangen. Nicht auf jeder Veranstaltung kann man erwarten, dass sich die Teilnehmer auf derlei persönliche Unterhaltungen einlassen, aber im House of Beautiful Business gehört das Persönliche und Menschliche zum guten Ton. Sollte man also aus reinem New Business Interesse die Veranstaltung besuchen, läuft man Gefahr enttäuscht zu werden. Auch engstirnige Mitmenschen dürften sich mit der offenen, pluralen Stimmung schwertun.

Diversität war auch das Motto bei der Themenauswahl der Vorträge und Workshops: von Achtsamkeit bis Transhumanismus, von AI bis Fernando Pessoa –auf der Bühne wie im Publikum war eine Vielzahl an Meinungen vertreten. Besonders der Sonntag, der Haupt-Konferenztag viel durch ein hohes Niveau der Vortragenden auf, so dass ich teilweise mit mehr Stichpunkten zum vertiefenden Studium hinausging als ich Tweets mit erhellenden Einsichten absetzen konnte. Aber genau das macht den Charme der Veranstaltung aus. Man weiß nie, wer Referent/Resident oder Gast ist, weil jeder offen antwortet, seine Themen verständlich erläutert und freundlich grüßt, wenn man ihn auf dem Weg vom oder zum Haus trifft. So kann man einen Abend Weintrinkend mit einem Ai-Künstler und einer Ballerina verbringen, während man am nächsten Abend zwischen einem Philosophen und einem Geschäftsführer aus der Modebranche sitzt.

Das Interesse vorausgesetzt muss man sich natürlich auch den Luxus gönnen (dürfen), eine Woche große Teile des Business-as-usual auszuklammern, denn das Programm lässt einem wenig Zeit zum Verschnaufen (oder Abarbeiten der Mails). Von der morgendlichen Yoga-Stunde bis zur mitternächtlichen Wohnzimmer-Talkrunde mit schlauen Köpfen warten Workshops, Talkrunden und Sessions auf die Teilnahme. Das ist manchmal auch gar nicht “beautiful” sondern anstrengend und man muss schon ein wenig auf sich aufpassen, um die Aufmerksamkeitsspanne nicht überzustrapazieren. Aber das habe ich aus dem letzten Jahr gelernt: Ein langer Spaziergang durch (das diesmal regnerische) Lissabon wirkt Wunder.

Was fängt man mit einer Woche Input an/was bringt es einem mit einer Ballerina zu sprechen, mag jetzt der geneigte Leser fragen. Ganz ehrlich: Das kann ich jetzt noch nicht abschließend sagen. Letztes Jahr ging es mir ebenso. Ein, zwei Themen konnte ich direkt umsetzen und manche Einsichten führten direkt zu einer Leistungssteigerung (wenn man holistisches Denken denn so nennen will). Andere Themen wurden erst im Laufe der folgenden Monate relevant. So kamen immer wieder Aspekte auf, die mir erlaubten Anknüpfungspunkte zum House of Beautiful Business und seinen Inhalten zu finden oder angenehme persönliche Verbindungen zu Teilnehmern stellten sich plötzlich als auch geschäftlich relevant heraus. Mehr kann man kaum verlangen.

Karel hat seine Einsichten übrigens direkt nach dem Event auf LinkedIn festgehalten, wie man hier lesen kann.

Werden wir uns also nächstes Jahr sehen? Das hängt mehr von euch als von uns ab, denn wir haben uns soweit erholt und die Informationen größtenteils verdaut, um zu sagen: House of Beautiful Business 2019 – Wir kommen!

Und vielen Dank an João Nogueira, der als Fotograf den Geist der Veranstaltung erneut gekonnt eingefangen hat.

Stefanie Wibbeke

Head of Marketing

Stefanie is Head of Marketing at INDEED. She is responsible for spreading the word about us through digital and social marketing, partnerships, events, and more. As humanities scholar, she questions our work from a different angle and makes us explain projects with the human experience in mind. Residing in Hamburg by choice, she couldn’t live without her daily dose of crocheting.

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