Computer können Bilder oder Videos nicht “sehen”, sie können vielmehr den Code dahinter lesen. Diese Einschränkung bringt neue Jobs hervor, in denen Menschen für die Überprüfung von Maschinen verantwortlich sind – vergleichbar den Aufgaben von Moderatoren, die die Ergebnisse von Online-Suchmaschinen filtern. Darüber hinaus verrichten Roboter komplexe Aufgaben auf der Planetenoberfläche selbständig, während sie von Astronauten im Orbit überwacht werden. Dasselbe gilt für Teslas selbstfahrende Lastwagen.

Als Designer stellen wir uns eine alternative Gegenwart oder eine nahe Zukunft vor. Wir gestalten, was uns besser macht. Wir erschaffen Produkte/Prozesse/Services, weil Software immer noch nicht wirklich die Bedeutung unserer Worte und die Ideen, die wir mit ihnen teilen, verstehen kann.

” My life didn’t please me, so I created my life”

-Coco Chanel-

A.I., Blockchain, VR und Kryptowährungen sind Alternativscenarien. Und es
scheint, dass sich jeder darauf konzentriert, alternative Ökosysteme zu
schaffen, in denen Freiheit sich eher auf die Maschine bezieht und Anonymität
die Ausnahme ist. Was aber, wenn wir das aktuelle Kräfteverhältnis beibehalten
und es auf sichere Weise weiterschreiben? Die Menschen könnten sich dazu
entschließen, ihre Online-Aktivitäten freiwillig auf geschützten und sicheren
Systemen zu tätigen – und dabei unkontrollierte Systeme vermeiden. Denn
grenzenlose Freiheit bedeutet auch, dass sie dem ausgesetzt werden, womit wir nur
bedingt oder gar nicht umgehen können.

In der Tat ist “Selbstkontrolle” ein gelerntes Tool. Sie können
bereits Filter auf Ihren Browser anwenden, um Ihre Kinder von Pornografie
fernzuhalten und Banktransaktionen auf sicheren Plattformen durchführen. Was
wäre, wenn Sie nur in einem Internet navigieren könnten, das durch das lokale
Recht des Landes, in dem Sie leben möchten, überwacht wird? Vielleicht sollten
wir „das Internet“ wie eine Werbung für Alkohol verstehen. „Drink responsable“ wäre
dann der Aufruf “verantwortungsvoll zu handeln”. Wir werden sehen, ob
und wie das digitale Zeitalter uns als Spezies verändern könnte. Wir haben das
Bedürfnis, uns selbst zu verändern; aber wo ist unsere Verantwortungsschwelle,
wo die Toleranzgrenze – diese scheint mir nicht so leicht zu beziffern wie “0,5
‰”.

Gleichzeitig wollen die Leute so viel Kontrolle haben, dass sie Chips in
ihren eigenen Körper einbauen. Es heißt Bio-Hacking (siehe dangerousthings.com). Das digitale
Zeitalter hat unser Verhalten in der physischen Welt bis zu dem Punkt
beeinflusst, an dem wir unsere Fähigkeit ändern, mit anderen Menschen zu
interagieren. Und nur die menschliche Ethik kann den Entmenschlichungsprozess
moderieren.

Kontrolle ist eine heikle Angelegenheit. Anonymität ebenso: Während eines
illegalen Protestes greifen Polizisten die Aktivisten auf, während sie
Uniformen tragen, die weder Abzeichen noch ID-Nummern tragen. Die Menschen haben
sich an anonyme “Controller” gewöhnt. In einer gesetzlosen
Landschaft, wer hat die Kontrolle? Die Beschützer?

” If
everything seems under control, you’re just not going fast enough”

-Mario Andretti-

Wir bewegen uns derzeit auf einem schmalen Grat zwischen der Verherrlichung
der Technologie und dem Verlust der Kontrolle über die Freiheit. Und das hängt
einfach vom Ziel ab, ob wir unser Leben verbessern wollen oder ob wir die
Kontrolle über das Leben anderer übernehmen wollen. Als Designer wollen wir
Menschen erhöhen.

“Innovation for men” (oder “Human-first in innovation”)
kommt von einer anthropozentrischen Kultur oder besser von einem
anthropozentrischen Bedürfnis, das ein Fenster zu neuen Wegen öffnet. Die
Organisationen, die sich dafür entscheiden, an Innovationen zu arbeiten,
verstehen, dass ein benutzerzentrierter Designansatz eine exponentielle
Kapitalrendite liefert.

Wir alle erforschen neue Wege und schaffen neue Möglichkeiten, weil wir
alle von Neugier getrieben sind. Und Neugier ist etwas sehr menschliches, aber
die Frage ist: Wie viel Kontrolle wollen wir in Zukunft haben?

Photo by Alex Knight on Unsplash

Tommaso Martucci Profile image

Tommaso Martucci

Business & Service Design

Tommaso ist spezialisiert auf Service, UI/UX- und Innovationsdesign. Mailand, London, Shanghai, Belgrad oder Shenzhen sind nur einige Stationen, an denen er seine gestalterische Vielseitigkeit unter Beweis stellte.

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