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Jan 4, 2017

Pioniere der digitalen Verpackung

Haben Sie auch öfter mal das Gefühl, dass man Ihnen an jeder Straßenecke einen Bären aufbinden möchte? Kann man diesem oder jenem wirklich Glauben schenken? Vertrauen ist ein wichtiges Gut. Dies gilt für Marken und noch viel mehr für Menschen.

By
Karel J. Golta

Wir Menschen brauchen lange bis wir jemandem vertrauen. Und in der Regel mögen wir auch keine großen Veränderungen. Denn das Neue ist ja zuerst einmal unbekannt und könnte sich als nachteilig erweisen. Noch gravierender wird es, wenn wir etwas nicht mit eigenen Augen sehen können. Dann existiert es nicht oder gehört ins Reich der Mythen. Beides macht in unserer modernen Welt Verpackungen so wichtig: Sie helfen uns Neues zu entdecken und als interessant zu empfinden oder Verborgenes verständlich und attraktiv zu präsentieren.

Die Digitalisierung bewirkt seit einiger Zeit größte Veränderungen in der menschlichen Geschichte. Viele „alte Wahrheiten“ ändern sich und völlig neue kommen hinzu. Da wir vieles Neue nicht verstehen, müssen wir glauben. Aber den Glauben an eine neue Realität, an etwas, das unmöglich erscheint oder einfach anders ist, haben nur wenige Menschen.

Würden Sie zum Beispiel in mich investieren, wenn ich Ihnen sage, dass ich mit meiner Geschäftsidee gestandene Branchen revolutionieren werde und innerhalb von 20 Jahren unter die 10 wertvollsten Unternehmen der Welt aufsteigen werde? Nein? Ist ja auch verständlich. Denn Sie kennen mich nicht und meine Aussage hört sich größenwahnsinnig an. Jeff Bezos zum Beispiel, der Gründer von Amazon, hat jedoch genau das geschafft.

Eine Ausnahme? Nein. Wir erleben eine Welle von Startups, von Menschen, die völlig Neues schaffen wollen. Und vielen bringen wir Misstrauen und Ungläubigkeit entgegen. Den Taxi-Fahrern gefällt Uber nicht und die Hotelindustrie stört airbnb. Aber wir können uns der digitalen Transformation nicht verweigern. Wir müssen versuchen, sie zu unserem Nutzen zu gestalten und zu lenken.

Und was hat das jetzt mit Verpackung zu tun? 

Was glauben Sie, was die Digitalisierung in der Verpackungsbranche für Veränderungen bewirken wird? Wird am Ende alles gleich bleiben – bis auf ein paar nette Gimmicks? Oder werden uns zukünftige Verpackungen in unserem Verhalten ändern? Uns vielleicht helfen, mehr auf gesunde Ernährung zu achten, uns unterstützen, weniger Essen wegzuwerfen oder uns warnen, bevor wir die falschen Medikamente nehmen?

Die Digitalisierung wird die Verpackungsbranche im positiven Sinne stärker und radikaler transformieren als jede andere Branche. Doch zuerst brauchen wir Leuchtturm-Projekte, die durch ihre positiven Erlebnisse Vertrauen in der Bevölkerung schaffen und den Glauben an eine sinnvolle Veränderung stärken.

Dies wiederum erfordert den Mut von digitalen Verpackungs-Pionieren, die mit großem Engagement und unbändigem Willen das Undenkbare möglich machen. Aber auch diese Vorreiter brauchen Unterstützer. Brauchen Menschen, die ihnen den Rücken mit blindem Vertrauen stärken und freihalten.

Liebe Leser, wenn auch Sie jemanden kennen, der Großes vor hat und vielleicht zum Einstein der digitalen Verpackung aufsteigen möchte – geben Sie ihm einen Vertrauensvorschuss, seien auch Sie ein Pionier!

Anmerkung: Seit Beginn des Jahres verfasst Karel Golta eine Kolumne zum Thema ‘Digitale Innovation’ in der Creativ Verpacken und legt dabei gerne den Finger in die Wunden der Verpackungsindustrie. In unregelmäßigen Abständen veröffentlichen wir diese Texte nun auch hier im Blog von INDEED. Viel Spaß beim Lesen!

Karel J. Golta

Managing Director

Karel, der Geschäftsführer von INDEED, ist Schweizer. Wenn er nicht gerade mit Kunden "the next big thing" plant, kann man mit ihm ganz kontrovers über den Wert von Design und die Schulpolitik diskutieren.