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December 6, 2018

Solid Impact

Dürfen wir vorstellen: „Solid Impact“ und die Möglichkeit für bessere Entscheidungen. Unser Konzept zeigt Nachhaltigkeit in all ihren Formen im Rahmen unserer Arbeit für das PAGE-Themenspecials „KI und Design“.

„Wohl kein Designer will mit seinen Produkten die Welt schlechter machen, indem diese die Umwelt belasten, soziale Ungleichheit fördern oder Unternehmen in den Ruin treiben. Dennoch ist dies relativ häufig der Fall. Wie wäre es, wenn es eine Software gäbe, die einem die Auswirkungen von Designkonzepten in Echtzeit anzeigt – und zudem darstellt, wie sich das Design zugunsten verschiedener Faktoren verändern würde?“ So gelungen fasst Nina Kirst für das PAGE-Themenspecials „KI und Design“ zusammen.

Unsere Grundidee hinter »Solid Impact« ist es die Auswirkungen eines Designs auf wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte zu simulieren. Konkret haben wir uns für die Faktoren Materialeffizienz und -kosten, Wiederverwertbarkeit, CO2-Fußabdruck, Konfliktpotenzial und Produktlebenszyklus konzentriert. Viele Daten hierfür sind schon aufbereitet bzw. über Schnittstellen erreichbar.

Die Macht des Plug-Ins für das CAD-Programm SolidWorks, mit dem wir täglich Zeichnungen und 3D-Modelle erstellen, liegt somit in den Datenbanken von Herstellern, Händlern, NGOs oder auch von der Weltgesundheitsorganisation. Es geht also nicht um die Generierung neuer Daten oder das Ersetzen des Designers im Gestaltungs- und Entwicklungsprozess, sondern um die ganzheitliche Betrachtung des zu entwickelnden Produkts. „In einer vernetzten Welt reduziert KI systemische Komplexität: Die kreative Entscheidung verbleibt beim Designer“, betont Karel deshalb auch gerne.

„Will man einen der genannten Aspekte optimieren, lässt sich mithilfe eines Toggles eine neue Simulation erstellen: Verschiebt man bei einem Entwurf für einen Stuhl den Schieberegler etwa zugunsten der Materialeffizienz, schlägt Solid Impact ein neues Design vor, in dem vier statt fünf Teile verbaut sind. Legt man mehr Wert auf Recyclingfähigkeit, zeigt es die Option eines Stuhls aus nur einem Teil.“ Was Nina Kirst hier beschreibt, ist die geplante User-Experience des Designers. Was wäre, wenn ich nachhaltigere Materialien einsetze, was wäre, wenn mein Entwurf höchsten Maßstäben an Recyclingfähigkeit entspricht? Und vor allem: Wie würde das aussehen?

Wir sind der festen Überzeugung, dass es nicht am Designer oder am mangelhaften Briefing liegt, wenn ein Entwurf schlecht für das Klima ist oder zu sozialer Ungleichheit beiträgt, sondern vielfach eine Entscheidung aus Mangel an Alternativen ist. Weder Kunde noch Studio haben die Zeit, alle Alternativen durchzurechnen und abzuwägen. Ein Plug-In würde uns erlauben bewusste Entscheidungen aufgrund von realen Optionen zu treffen. Wir können uns dann noch immer für die gewünschte Ästhetik entscheiden, aber gleichzeitig wissen wir um den Preis, den wir bereit sind dafür zu zahlen.

Warum läuft das Programm noch nicht auf allen Rechnern?

Primär, weil im Detail doch noch nicht alle Daten aufbereitet und frei verfügbar sind. Das Hoheitswissen der Hersteller und Zulieferer ist ein Stolperstein, ebenso wie die Anwendbarkeit auf eine Vielzahl von Produktdesigns. Die Benchmarks, die wir für die Möbelherstellung anlegen, sind nun mal nicht dieselben wie für ein Medizinprodukt und dementsprechend zahllos werden die Optionen.

Aber es zeigen sich erste Fortschritte in diesem Segment an diversen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, so dass wir hoffen, demnächst deutlich zielgerichteter entscheiden zu dürfen.

Dieses Konzept wurde zuerst im PAGE-Themenspecials „KI und Design“ veröffentlicht. Dort finden sich auch weitere lesenswert Artikel zum Thema.

Alex Dumler

Project Lead Industrial Design

Alex is an experienced project lead with a demonstrated history of working in the design industry. Even in his free time, he works in product designs, making models for his own projects, generating concepts or trains himself in new design management tools.

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