Thinking

August 2, 2018

Das intelligente Büro

Das Internet der Dinge (IoT) ist längst in unseren Büros angekommen und etabliert sich weiter. Einerseits verbindet es uns weltweit und transformiert nicht nur die technologische Landschaft, sondern auch unsere Arbeitsweise - andererseits kann es unsere Unternehmen in ein fürchterliches Panoptikum verwandeln.

Ignorieren wir die Komplikationen, die mit Schatten-IT einhergehen, und wenden wir uns von den Startschwierigkeiten ab, die Roll-outs auch autorisierter IT-Lösungen mit sich bringen. Alle neuen Lösungen haben ein potenzielles Risiko von Datenverlust und -lecks oder Funktionsstörungen. Systeme werden im Laufe der Zeit besser und sicherer. Nehmen wir lieber an, dass alle unten genannten Lösungen mit der Geschäftslogik konsistent und bei der individuellen Anwendung "sicher" sind. Nehmen wir ferner an, Unternehmen haben keine großen Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes, einer stabilen Stromversorgung und Bandbreite sowie des Budgets, um die Betriebskosten des Internets der Dinge und der Software zu gewährleisten.

Zum einen erleichtert das Internet der Dinge es Unternehmen, ihren CO2-Fußabdruck zu reduzieren. Smart Metering, digital steuerbare Beleuchtung und auf die Gebäudenutzung, Außentemperatur, Sonneneinstrahlung etc. ausgerichtete Energienutzung verwandeln neue Gebäude in Green Houses. Auf diese Weise wird Nachhaltigkeit handhabbar und skalierbar mit echten monetären Auswirkungen. Stellen Sie sich vor, wie eine Gruppe von Praktikanten im Büro umherhuscht, um die Fenster zu beschatten oder das Licht in einem 18-stöckigen Gebäude auszumachen. Oder noch witziger: Stellen Sie sich vor, die Mitarbeiter kümmern sich vor einem sonnigen Wochenende um das Schließen der Vorhänge oder beim Verlassen des Zimmers um das Licht. Menschliche Leistung ist in solchen Situationen unzuverlässig. Aber ein Sensor hat kein Wochenende, das Internet schläft ebenso wenig wie die intelligenten Sensoren oder Geräte. Was für ein Segen.

Ich konnte keine Zahlen finden, aber es ist davon auszugehen, dass intelligente Häuser keine Arbeitsplätze vernichten. Vielmehr erfüllt IoT Anforderungen, die die Menschheit vorher noch nicht hatte; es gibt also keine Menschen, die überflüssig werden. Stattdessen werden im IT- und Facility-Management höher qualifizierte Mitarbeiter benötigt, um die intelligenten Systeme zu installieren und zu warten. Und die Mitarbeiter können sich wie bisher auf ihre Aufgaben konzentrieren, ohne sich um den CO2-Fußabdruck ihres Unternehmens zu kümmern. Es könnte sogar passieren, dass sie besser und effizienter arbeiten, wenn sie sich wohl fühlen.

Sensoren und Mustererkennung bieten eine große Vielfalt an sicherheitsrelevanten Diensten und Geschäftszwecken. Denken Sie nur an die Hot-Desk-Richtlinien, mit denen einige Unternehmen experimentieren. Wäre es nicht großartig, jeden Mitarbeiter an den besten Ort zu führen, sie energetisch sinnvoll zusammenzubringen, um auf Freiflächen Energie einzusparen, gemeinsame Räume effizienter zu nutzen und die Quadratmeter und Einrichtung optimal auszulasten.

Sowohl auf der Kosten- als auch auf der Energiesparseite, aber mit vorrangiger Auswirkung auf die Zusammenarbeit, schauen wir uns die Konferenz- und Meeting-Tools an, die von Monat zu Monat zuverlässiger und mit einer besseren Benutzererfahrung arbeiten. Ich erinnere mich noch an die eingefrorenen Gesichter meiner Gesprächspartner, als ich 2007 meine ersten Interviews via Skype führte. Es war eine Enttäuschung und weit weg von der Face-2-Face-Präsenz, die Marketingtexte mir versprochen hatten.

Jüngst erlebte ich die Meeting Owl - ein entzückendes Gerät mit einer 360 ° intelligenten Videokonferenzkamera. Sie konnte mich genauso begeistern wie Googles Jamboard oder Microsofts Surface Hub. Alles sehr intelligente Geräte, die absolut sinnvoll sind, wenn Remote-Collaboration und Teamarbeit wertgeschätzt wird und das Preisschild kein Entscheidungskriterium ist.

Dass wir unsere Einstellung gegenüber aus der Ferne arbeitenden Kollegen neu formulieren müssen, zeigt dieser TED-Talk:

 

Das Szenario eines "Skype on a stick on wheels" ist möglicherweise nicht die beste Lösung. Aber es zeigt zwei Dinge: die Kraft der Präsenz und das zögerliche funktionieren von Roboter-Mensch-Interaktion. Das Mandarin Oriental in Las Vegas arbeitet zur Zeit mit Pepper. Ich bin davon überzeugt, dass unser Office Management lieber heute als morgen Paketlieferungen und andere Störungen an einen Roboter übergeben würde; aber wer Pepper selbst mal erlebt hat, wird mir zustimmen, dass es noch ein weiter Weg ist, bis die Maschine mehr macht als einen schlechten Witz zu erzählen, mir Informationen zu zeigen und nebenbei wirklich ein entzückendes Stück Plastik zu sein.

Viele Experten behaupten, dass sprachgesteuerte Geräte „the next big thing“ in unseren Büros sind. Alexa for Business, z.B. wird den Zeitplan vorlesen, Notizen machen, an Aufgaben erinnern oder eine Konferenzschaltung einrichten. Mit private skills kann jedes Unternehmen die voreingestellten Dienstleistungen erweitern. Die einzige Frage ist, wie Kollegen mit virtuellen Assistenten umgehen, die genau das tun, was ihnen gesagt wurde und ständig im Verdacht stehen, ihre Umgebung auszuspionieren.

Apropos Spionage: All diese Sensoren und Online-Check-Ins wären ein hervorragendes Maß für die Produktivität. Stellen wir uns vor, das nächste Jahresgespräch würde nicht nur unsere Browserhistorie (die natürlich niemand verfolgt) sondern auch unser Bewegungsprofil im Unternehmen sowie die Stimmungsanalyse der letzten Kundenanrufe (aufgezeichnet von Alexa) miteinbeziehen. Die All-seeing-office-IT und tiefschürfende Quantifizierung menschlichen Verhaltens könnte zu unserem dunkelsten Albtraum werden.
Auf der anderen Seite kann die geringste Steigerung unserer Effizienz zu einem großen Wettbewerbsvorteil werden (persönlich und unternehmensweit). Eine angenehme Büroumgebung kann helfen, produktiver zu sein und die Toptalente anlocken. Persönlich habe ich gemischte Gefühle gegenüber dem IoT-Büro, und ich bin mir nicht sicher, ob alle Parteien (Arbeitgeber, Angestellte, ihre Lobbys und alle Verantwortlichen) bereit für den konstruktiven Diskurs sind. Aber wir werden es mit Spannung verfolgen und "hey google, mach das Licht aus!"

Stefanie Wibbeke

Head of Marketing

Stefanie is Head of Marketing at INDEED. She is responsible for spreading the word about us through digital and social marketing, partnerships, events, and more. As humanities scholar, she questions our work from a different angle and makes us explain projects with the human experience in mind. Residing in Hamburg by choice, she couldn’t live without her daily dose of crocheting.

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