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April 14, 2020

Einsatzbereitschaft in Aktion

Wenn wir an der Pandemie schon nicht vorbeikommen, konzentrieren wir uns doch wenigstens auf die positiven Seiten: Die spontane Hilfsbereitschaft und Innovationskraft von Gesellschaften und Einzelpersonen weltweit.

Während Tech-Unternehmen wie Gtech oder Dyson versuchen, neue Ventilatoren schnellstmöglich in die Produktion zu bringen und dabei den gesetzlichen Anforderungen zu genügen, stellt in Puerto Rico die weltweit größte Premium-Rumbrennerei auf Ethanol-Produktion um, das für die Herstellung von Desinfektionsmitteln benötigt wird. Zeitgleich spendet Beiersdorf umfassend: Geld, Desinfektionsmittel, Haut- und Handpflegeprodukte an medizinisches Personal und vieles mehr. Und selbst Big Tech wie Google oder Facebook öffnen ihre Taschen, um den in Not geratenen zu helfen.

Das ist alles erstaunlich und lässt auf eine bessere und verantwortungsvollere Zukunft hoffen. Doch es gibt noch viele weitere Beispiele für Hilfsbereitschaft und Innovationskraft.

Die große Umwidmung

Isinnova und Decathlon erkannten frühzeitig die familiäre Verwandtschaft von Tauchmasken und Beatmungsequipment. Mit wenigen Schritten kann das Sportgerät zum Lebensretter werden. Nach erfolgreichen Feldversuchen wartet diese Lösung sowohl auf die offizielle Zulassung als auch auf die Entscheidung vom Patentamt.

Unser langjähriger Kunde, die Wagner Gruppe, erkannte ebenfalls das Potential von Vorhandenem: Die Experten der Flächenbeschichtung funktionierten kurzerhand Sprühpistolen für den Auftrag von Desinfektionsmitteln um. Eine flächendeckende Desinfektion ist nunmehr eine Frage von Minuten und nicht Stunden.

Und als hätten sie es geahnt, stellten unsere New Yorker Kollegen jüngst die gesamte Benutzeroberfläche der Restaurant-App Swipeby auf „Curbside delivery“ um. Also auf Abholung an der Bordsteinkante – auch für Restaurants ohne Drive-Through. Dies sorgt aktuell für wachsende Nutzerzahlen und für den notwendigen Umsatz auch bei kleinen Restaurants, die unter den Auflagen besonders zu leiden haben.

Alltagshelfer aus dem 3D-Drucker

Materialise waren die ersten, die sich des Problems der „verseuchten“ Türklinken annahmen. Sie entwickelten das 3D Template für alle Türgriffe, die nicht mit dem Unterarm zu öffnen sind. Die schnell druckbare Erweiterung lässt sich mit wenigen Schrauben befestigen und ermöglicht es fortan, jede Tür mit dem Unterarm zu öffnen.

Nicht nur große Firmen sondern auch Einzelpersonen tragen zur Verbesserung der Situation bei. Quinn Roney, ein kanadischer Pfadfinder, bewahrt die Ohren von medizinischem Personal vor dem dauernden Druck der notwenigen Masken. In Heimarbeit stellte er bereits dutzende „Ear Guards“ her, die laut Anwenderberichten wirkliche Erleichterung bringen ohne den medizinischen Nutzen der Masken zu reduzieren. Und netterweise hat er das Template auch frei zugänglich gemacht.

Der gemeinsame Nenner

Innovationsfähigkeit und Hilfsbereitschaft lautet das Gebot der Stunde. Selbstverständlich könnten wir darüber diskutieren, dass manch eine Spende „nur“ geschickt gesparte, längst überfällige Steuernachzahlungen sind. Aber konzentrieren wir uns doch lieber auf all die positiven Seiten. Das produzierende Gewerbe ist anpassungsfähiger als gedacht. Die Produktion wird lokaler und flexibler. Das Wissen wird geteilt und es wird getan, was notwendig ist ausgerichtet auf den Bedarf der Zielgruppe und gemäß den Wünschen einer globalen Gesellschaft, die vor der größten Marshmallow-Challenge aller Zeiten steht.

Stefanie Wibbeke

Marketing & Communication

Stefanie is Head of Marketing at INDEED. She is responsible for spreading the word about us through digital and social marketing, partnerships, events, and more. As humanities scholar, she questions our work from a different angle and makes us explain projects with the human experience in mind. Residing in Hamburg by choice, she couldn’t live without her daily dose of crocheting.

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