Event

July 30, 2019

Wie sehen die Innovatoren von morgen aus?

Damit auch zukünftige INDEEDs an den Innovationen von morgen schrauben, basteln und designen, haben wir zusammen mit unseren Kollegen von TOI unseren ersten Workshop „Design Thinking 4 Kids“ veranstaltet. Es ging um Neugier, um Einfühlungsvermögen, Design und den Spaß beim prototypisieren mit 8-12 Jährigen.

Der Workshop wurde von Alessandro, unserem Kollegen von Tools of Innovators, geleitet. Seine umfangreiche Erfahrung in der Durchführung solcher Workshops wurde diesmal von einem jüngeren Publikum (8-12 Jahre) auf die Probe gestellt. Seine Eindrücke von diesem aufregenden und lehrreichen Tag teilt er mit uns im Interview.

Was unterscheidet rückblickend Design Thinking 4Kids von einem regulären Workshop, den du mehrmals im Monat machst?

Ich musste einsehen, dass das Tempo solcher Workshops aufgrund des jüngeren Publikums gedrosselt werden musste. Ich habe unterschätzt, dass ein Teilnehmer vor gerade mal zwei Jahren angefangen hatte zu lesen und zu schreiben (* lacht *). Es war also nicht die beste Idee mit Vorlagen zu arbeiten, die in kürzester Zeit ausgefüllt werden mussten.

Einige der Vorlagen waren recht komplex (nennen wir es "Erwachsenen-Niveau"). Aber letztendlich ging es nur darum die Übungen und Aufgaben auf sinnvolle Art zu erklären. Ich habe versucht, die Komplexität zu reduzieren, indem ich Beispiele aus dem Kids-Alltag verwendete und ihre unmittelbare Erfahrung einbezog. Auch eine bildliche Sprache half.

Zwischendurch ging mir Richard Feynman durch den Kopf: „Wenn ein Thema nicht mit kindlichen Worten erklärt werden kann, ist es nicht voll Verstanden."

Während ich mich auf den Workshop vorbereitete, spielte ich ständig die Rollen und Aufgaben durch. Verwarf die eine und kam mit einer besseren Erklärung. Refokusieren, sagt man wohl. Was ist wirklich wichtig? Wie kann ich die Dinge einfacher und besser erklären…?

Welche Herausforderung wurde beim Wokshop angegangen?

Die Teilnehmer an Design Thinking 4Kids mussten die perfekte Schultasche bauen, indem sie den Design Thinking-Prozess anwendeten und jede Phase durchliefen. Es war sehr bereichernd zu sehen, wie die Kinder am Ende des Workshops die Methode in ihrem täglichen Leben umsetzen wollten, wie zum Beispiel ein eigenes Spielzeug zu bauen.

Trotzdem war ich ein wenig schockiert, als ich sah, dass die Kreativität und Vorstellungskraft einiger Kinder schnell versiegte. Zu einem Zeitpunkt mussten sich die Kinder viele verschiedene Ideen einfallen lassen, wie sie sich ihre perfekte Schultasche vorstellen. Einigen gingen schon nach wenigen Minuten die Ideen aus.

Vielleicht hat das damit zu tun, wie wir erzogen werden. In der Schule und sogar zu Hause wird uns beigebracht, dass unsere Ideen nicht gut genug, nicht relevant genug oder nicht realisierbar sind. Deshalb hören wir auf, kreativ zu sein, und haben infolgedessen keine innovativen Gedanken mehr.

Können wir etwas dagegen tun?

Da wir das Schulsystem nicht sofort ändern können), ist, sollten wir uns auf die Verbesserung des kreativen Potentials konzentrieren. Zeigen, dass es in Ordnung ist, wilde und verrückte Ideen zu haben, und dass es willkommen ist, die eigen Meinung zu äußern, wenn sie das Gefühl haben, dass etwas nicht stimmt oder verbesserungsbedürftig ist.

Leider wird Kreativität in der Schule nicht so sehr gefördert wie andere Fähigkeiten. Wir müssen das kritische Denken und die Kreativität unserer Kinder aktiv unterstützen, wenn sie die nächsten Innovatoren der Zukunft sein sollen.

Sir Ken Robinson hat einige ziemlich gute Ideen, wie wir ein Bildungssystem schaffen können, das Kreativität fördert, anstatt Kinder zu demoralisieren. Sein TED-Talk ist sehr empfehlenswert!

Was war aus deiner Sicht der größte Lernerfolg während des Workshops?

Zentral war es, den Unterschied zwischen der Kreation für sich selbst und dem Design für jemand anderen zu lernen. Die eigene Meinung, die privaten Bedürfnisse und der persönliche Geschmack koexistieren mit vielen anderen Meinungen/Bedürfnissen und Geschmäckern da draußen. Und jeder Standpunkt hinterfragt unsere Denkweise – und umgekehrt.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir unseren Kindern beibringen müssen, sich nicht nur auf ihre eigenen Bedürfnisse zu konzentrieren, sondern auch zu überlegen, was andere tun und wollen, um sich von ihnen inspirieren zu lassen. Und so die nächste Generation zukünftiger Innovatoren erfolgreich aufzubauen. Empathie für andere und sich selbst aufbauen - darum geht es.

Hast du noch einen Tip, um mit dem Aufbau dieser zukünftigen Generation von Innovatoren zu beginnen?

Ermöglichen Sie Ihren Kindern, kreativ zu sein, ihrer Fantasie freien Lauf zu lassen und ihre Ideen laut auszusprechen. Kritisieren Sie nicht ihre Gedanken. Spornen Sie sie an, ihre innovativen und abwegigen Ideen zum Ausdruck zu bringen, haben Sie Spaß mit ihnen und lassen Sie sie ihre eigenen Probleme selbst lösen: Der Ball ist im Baum gelandet? Finden Sie gemeinsam heraus, wie sie ihn herunterholen ohne eine Leiter zu benutzen. Schuhe binden ist kompliziert? Erfindet eine Maschine, die das für euch erledigt. Freizeit ist Innovationszeit und vielleicht ist Innovation auch bald Lehrstoff…

Sie werden sehen, Design Thinking 4Kids ist ein amüsantes und vor allem sehr bereicherndes Unterfangen.

Vielen Dank Alessandro, es war wirklich inspirierend zu sehen, wie viel wir über und von Kindern lernen können!

Wir freuen uns auf den nächsten Design Thinking 4 Kids Workshop in den Hamburger Herbstferien. Lassen Sie uns wissen, ob Ihr Nachwuchs teilnehmen möchte. Der Platz ist begrenzt dafür der Spaß garantiert.

Mehr Informationen unter: http://bit.ly/DT4Kids-autumn

Isabel Calzada Zubiría

Content Manager

Isabel is responsible for content, communication and design at INDEED. She is a graphic designer who has also a wide experience in the marketing area. Isabel strongly believes in the importance of sharing the ideal, fresh and precise content in order to have a more informed and humanized world.

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