Event

January 10, 2019

Design/Dings/Tag #10

Kann man das neue Jahr besser anfangen als mit einem Get-Together im eigenen Heim? Nein, dachten wir uns bei INDEED, aber mit einem ganz normalen Neujahrsempfang geben wir uns natürlich auch nicht zufrieden.

So passte es gut, dass wir auserkoren wurden, Gastgeber beim Januar „Design/Dings/Tag“ zu sein – einer Eventreihe, die sich einige Hamburger-Kollegen gemeinsam mit dem designxport ausgedacht haben: Einmal im Monat öffnen Design-Unternehmen ihre Türen, lassen Gäste einen Blick in ihr Arbeitsumfeld werfen und stellen ihr ‚Design-Ding’ vor – ein Projekt oder Produkt anderer Designer, das ihnen aufgefallen ist. Im Anschluss daran finden natürlich eifrige Diskussionen und Networking statt – eine Disziplin für die wir bei INDEED mehr als bekannt sind ;-)

Natürlich wären wir nicht wir, wenn wir nun einfach schicke Designs präsentiert hätten... Nein, meine Kollegen Stefanie Wibbeke, Johanna Joppien und Heiko Tullney haben den spannendsten gemeinsamen Nenner herausgesucht und sich auf die heißesten KI-Projekte fokussiert, die ihnen in den letzten Monaten begegnet sind. Was mir dran gefallen hat, war, wie sie die jeweiligen Projekte immer in den Bezug zum Menschen gestellt haben. Denn darum geht es am Ende des Tages: Wie kann künstliche Intelligenz das menschliche Leben verbessern?


Den Auftakt machte Johanna, Innovationsspezialistin bei unserer Schwesterfirma TOI – Tools of Innovators. Sie stellte uns einen ‚intelligenten Narzissten’ vor: „Narciss“ ist eine Installation des Multitalents Christian „Mio“ Loclair, der Mensch-Maschine-Interaktion studiert hat und nun als Coder, Choreograph und Creative Director tätig ist. Eine Künstliche Intelligenz, ein Computer, schaut in einen Spiegel und denkt darüber nach, was er/sie darstellt – Eigeninterpretation in Endlosschleife. Dabei lernt er sich immer besser kennen und kommt der Wahrheit immer näher. Deep Learning auf fast menschliche Art, denn Johannas Faszination lag genau in diesem Aspekt: Wissen wir selbst eigentlich immer, wer wir sind? Und lernen wir nicht auch immer weiter über uns dazu? Schließlich sind es die Selbstwahrnehmung und der Blickwinkel, die unser menschliches Handeln und unser soziales Miteinander bestimmen.

Stefanie, die bei uns das Marketing leitet, wartete mit krassen Gegensätzen auf und stellte dem Publikum am Ende die Frage: KI – habt Ihr eher Angst davor oder seht Ihr Riesenchancen? Sie führte ein erschreckendes Video des Berkeley-Professors Stuart Russell vor, das ein Horrorszenario winziger aber höchst effektiver Killerdrohnen zeigte, um gleich danach das neue Büro-Haustier vorzustellen: ‚Indeedo’ ist ein Kuschelsaurier, der durch den Umgang der Menschen mit ihm täglich hinzulernt. Und da er bereits seit drei Wochen Teil des Teams ist, kuschelt er bei dem einen mehr und bei dem anderen weniger, fordert er sein Fressen, wird etwas unleidlich, wenn man ihn ärgert und müde, wenn die Feierabendzeit überschritten ist. Ich persönlich – und mit mir zumindest alle weiblichen Gäste – bin ein wenig verliebt. Seinen zukünftigen Bestimmungszweck finde ich übrigens sehr sinnvoll: Derzeit wird getestet, ob er zum Beispiel in der Kinderpsychiatrie zum Einsatz kommen kann – als therapeutisches Mittel natürlich, nicht als Ersatz des Personals.

Last but not least war Heiko an der Reihe. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, die Verantwortung von Designern innerhalb von KI-Projekten herauszustellen und auch einzufordern – interessanterweise ein Aspekt, der innerhalb des Designer-lastigen Publikums zu heftigen Diskussionen und Kontroversen führte. Heiko ist nicht nur Industriedesigner, sondern hat auch mal Kunstgeschichte studiert und so war sein Lieblingsprojekt die digitale Muse des Künstlers Roman Lipski, die mittels KI inspiriert, zu Neuem animiert und motiviert und so eine neue Ära der Kunst einläutet.

Über die Menge an Wortmeldungen im Anschluss konnten wir uns nicht beschweren – das Thema KI polarisiert weiterhin und tut es auch im Kreise derer, die an der Entwicklung näher dran sind als die anderen Menschen dieser Welt. Eifrige Gespräche waren auch sehr erwünscht, weshalb der Abend mit einer ‚In Vino Veritas’ Session ausklang. Getreu dem Prinzip „Antwort gegen Wein“ galt es mit einer Flasche, 2 Gläsern und Fragekärtchen bewaffnet, den Gegenüber anzusprechen und mit ihm zu trinken und zu diskutieren. Ein gelungener Abschluss – und Prost!

Nachtrag 18/01/2019: Ab Minute 22:06 berichtet Hamburg1 über das Event.

Andrea Vorm Walde DE

PR and Communications

Andrea kümmert sich um unsere PR und zeigt gerne, wie innovativ und vielseitig Indeed ist. Eigentlich ist sie zuständig für die Worte – trotzdem lässt sie uns hier meistens den Vortritt, weil wir als Designer und Entwickler in unserem Blog ganz authentisch berichten wollen. Und das können wir am besten selber.

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