Thinking

November 17, 2020

Das Streben nach Humane Innovation III

Dieser Blog-Beitrag ist Teil einer Serie, die Antworten darauf gibt, warum und wie Menschen, Unternehmen und Gesellschaften sich für einen lebenswerten Planeten verändern müssen. Im dritten Teil erläutern wir unsere Vision: Humane Innovation.

Der Club of Rome hat es 1972 im Bericht „Die Grenzen des Wachstums“ postuliert. Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) der UN veröffentlicht es seit 1990 in seinen Berichten. Und seit dem Pariser Klimaabkommen 2016 ist es eigentlich fast allen Staaten klar: business-as-usual ist obsolet, sollten wir den Planeten mit seinem Klima und seinen Ressourcen auch für künftige Generationen lebensfreundlich erhalten wollen.


Eine globale Erwärmung um nicht mehr als 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gilt es einzuhalten. Deshalb sind wir hier und jetzt die letzte Generation, die Entscheidendes tun muss, um ein unumkehrbares Kippen des Klimas zu verhindern. 


DOCH WELCHE MÖGLICHKEITEN BESTEHEN, UM DIESES SO KRITISCHE ZIEL ZU ERREICHEN?


Die eine wäre, mit Hilfe von technologischen Innovationen den Ressourcenverbrauch maximal zu reduzieren, ohne dafür auf unseren Wohlstand zu verzichten. Die andere heißt: Verzicht.

Leider ist die erste Möglichkeit ein Trugschluss, denn der sogenannte Rebound-Effekt, beschrieben von Tilman Santarius, zeigt, dass wir, wenn wir effizienter produzieren, auch meistens mehr konsumieren. Schon allein die Tatsache, dass 10 % der Weltbevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lebt und noch viel mehr Menschen einen europäischen Standard erreichen wollen, lässt befürchten, dass das Konsumwachstum die mögliche Ressourceneinsparung erschlägt.

Und die zweite Möglichkeit, der Verzicht, hätte zwar einen positiven Effekt, ist jedoch verdammt unattraktiv und kaum vermittelbar.


Als Team haben wir uns bei INDEED Innovation dazu über viele Monate Gedanken gemacht. Und uns gefragt: Gibt es keine Alternative? Sind wir dem Schicksal hilflos ausgeliefert? Was ist das Menschenmögliche, um eine gute, ja sogar schöne Zukunft für alles und jeden auf dem Planeten zu ermöglichen?

Das Easterlin-Paradox beschreibt, dass wir Menschen ab einem bestimmten Wohlstandsniveau nicht mehr glücklicher werden, auch wenn wir immer mehr besitzen. Wie schaffen wir also weniger Konsum, dafür mehr positive Emotionen? Was, wenn wir die Kraft von Innovationen mit einer Anpassung des menschlichen Verhaltens in Einklang bringen könnten?


HUMANE INNOVATION IST DAS ERGEBNIS.

Daraus wurde unsere Vision: Wir brauchen Innovationen, die das Verhalten von Menschen und Unternehmen verbessern – hin zu einer aussichtsreichen und sicheren Zukunft für alles Leben auf der Erde! Wir nennen es HUMANE INNOVATION.


Indem wir die Bedürfnisse von Mensch, Planet und Wirtschaft systemisch in Einklang bringen, wollen wir unseren Kunden und Partnern helfen, nachhaltige Geschäftsmodelle und Kreislauf-Ökosysteme zu entwickeln. Der Schlüssel dazu sind innovative Produkte und Services, die den kleinstmöglichen oder sogar einen negativen Fußabdruck haben. Gleichzeitig wirken sie durch verhaltensbeeinflussende Maßnahmen dem natürlichen Verlangen nach mehr Konsum entgegen und führen doch zu mehr Zufriedenheit und Glücksgefühlen.


Das Ziel: mit jeder Innovation den größtmöglichen realisierbaren Fortschritt hin zu einer besseren Zukunft für alles Leben auf der Erde umsetzen zu können.

Ist das machbar? Ja! Aber dazu müssen wir das Innovieren selbst re-kodieren.


HUMANE INNOVATION BEDEUTET, INNOVIEREN ZU RE-KODIEREN.


Denn das Thema Innovation mit all seinen Bestandteilen als solches muss hinterfragt und zerlegt werden. Um zunächst entlernt und dann in völlig neuer Art gelernt zu werden. 

Die Herausforderungen unserer Zeit, wie zum Beispiel Klimawandel, Verlust der Artenvielfalt, Armut und Ungleichheit sind epochal und existenziell. Zu glauben, wir können diesen Problemen mit demselben Handeln begegnen wie sie geschaffen wurden, ist kurzfristig gedacht, vielleicht sogar naiv. Sie sind nicht die Spitze des Eisbergs, sondern der Kern eines Systems, in dem selbst vermeintlich weit entfernte Themen wie „neue Mobilität“ oder „Digitalisierung im Gesundheitswesen“ eine Rolle spielen.


„DAS WIRD SCHON IRGENDWIE GUTGEHEN“ FUNKTIONIERT NICHT MEHR.


Lassen Sie uns bitte ab jetzt verdammt ehrlich zu uns selbst sein und auf Greenwashing, Floskeln („Lasst uns das in einem Arbeitskreis diskutieren“) sowie Plattitüden („Das wird schon irgendwie gutgehen“) verzichten. Nun ist die Zeit, mit jeder Handlung den größtmöglichen Fortschritt hin zu einer nachhaltig besseren Zukunft für alles Leben auf der Erde zu realisieren. Wir Menschen haben die Wissenschaft und die Kreativität. Das Team von INDEED Innovation hat die Innovationskraft und ein funktionierendes Modell. Es ist also menschenmöglich.

Den ersten und zweiten Teil nochmal lesen?

Karel J. Golta

Managing Director

Karel, CEO and founder of INDEED, is Swiss but far from being neutral. When he's not planning "the next big thing" with clients, you can controversially discuss with him the value of design. And above all, how design preserves humanity in the age of AI and automation.

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