Eindrücke von der ISPIM 2012

4. Juli 2012

Veranstaltungen

Zur diesjährigen Konferenz der International Society of Professional Innovation Management (ISPIM) in Barcelona trafen sich 535 Teilnehmer aus aller Welt zum Austausch über neueste Ansätze im Innovationsmanagement. Von Wirtschafts-förderern und Forschern bis hin zu Herstellern und Dienstleistern bot das dreitägige Programm eine bunte und inspirierende Mischung aus Vorträgen, Diskussionsrunden und Workshops.

Die Konferenz begann auch gleich mit einem Highlight: Henry Chesbrough kritisierte den berühmten Managementtheoretiker Michael E. Porter, den Konsumenten nicht zu berück-sichtigen: In Porters seminalem Modell der Wertschöpfungskette (value chain) komme der Anwender nicht vor! Nichtsdestotrotz war es eine beeindruckende und sehr charismatisch vorgetragene Keynote.

Bemerkenswert war ferner, die große Anzahl der Vorträge über Living Labs. Der vom MIT entwickelte und inzwischen weit verbreitete Forschungsansatz, Anwendern (vornehmlich von Informationstechnologie) in Langzeitstudien und in ihren eigenen vier Wänden über die Schulter zu blicken, bekommt mit den aktuellen Technologie-sprüngen sehr viel Auftrieb. Dabei geht es jedoch nicht nur darum, deren Verhalten im Umgang mit bestehenden Produkten zu studieren, sondern auch neue Produkt-konzepte in einem natürlichen Umfeld zu testen bzw. dabei mit den Anwendern co-kreativ zu arbeiten.

Auch das Thema Design Thinking wurde ausgiebig diskutiert und bildete einen erfrischenden analogen Gegenpol zu vielen anderen Ansätzen wie z. B. dem derzeit so beliebten Crowdsourcing.

Eine Round-Table-Diskussion, die ich leiten durfte, behandelte das Thema Innovation Identity: Wie kann ein Unternehmen den für sich sinnvollsten, vor allem aber einen eigenen Weg finden, Innovation zu betreiben? Ein von allen bejahter Aspekt ist dabei die konsequente Einbindung der Innovationsaktivitäten in eine Innovations- und Unternehmensstrategie. Strategisch relevante, inkrementelle Innovationen haben dabei Vorrang vor ungeplanten Durchbrüchen, die oftmals unvorhersehbare Implikationen mit sich bringen.

Wie so oft war jedoch das Beste…? Richtig, die Pausen! Hier trafen sich diejenigen Teilnehmer, die sich einfach treffen mussten, und es fanden die Gespräche statt, die am längsten nachwirken.

Ich freue mich jetzt bereits auf die nächste Konferenz in einem Jahr, diesmal dann in Helsinki.

 

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Über Peter

Peter, 38, ist Experte für Innovationsprozesse und speziell für die Einbindung der unterschiedlichen Stakeholder zuständig. Er leitet den Bereich Brand Innovation und hat ein besonderes Interesse für all diejenigen Eigenschaften eines Produkts, die man nicht sehen kann. Ansonsten hilft er gerade, die erste demokratische Schule Bayerns zu gründen.

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